Europas größtes internationales Studierendenfilmfestival öffnet die Tore

Europas größtes internationales Studierendenfilmfestival öffnet die Tore

Ein Beitrag von Paula Schick

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„What’s left?“

Die Spannung ist groß, als es im Hörsaal der Filmuniversität dunkel wird:
Die Eröffnungsfeier des Filmfestivals Sehsüchte steht an. Seit einem Jahr plant das Organisationsteam die Tage zwischen dem 22. und dem 26.04.2026, die unter dem Motto „What’s left?“ stehen.  

Sehsüchte ist eines der größten Filmfestivals für junge Filmschaffende und findet in diesem Jahr zum 55. Mal statt. Im Filmmuseum, dem Waschhaus und dem T-Werk wird über die Dauer des Festivals eine Auswahl an künstlerisch-filmischen Auseinandersetzungen, Workshops und Gesprächsformaten angeboten.  

Am Samstag steht zudem eine Preisverleihung für die besten Filme an, die anschließend am Sonntag nochmals auf besonderer Bühne präsentiert werden. Für die Preisverleihung haben die Organisierenden insgesamt 37.000€ Preisgeld eingeworben. 

Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurden die Mitwirkenden des Festivals in ihren Arbeitsgruppen vorgestellt. Das kuratorische Team, das über die Auswahl der Filme entschied, berichtete von wochenlangen Filmsichtungen, während derer sie „die Quarkbällchen des Edekas regelmäßig leer gekauft“ hatten und von wiederkehrenden Thematiken, die die Einreichungen begleiteten.  

„What’s left?“ ist dabei nicht nur die Frage nach dem was war, sondern auch nach dem, was kommt, was mitgenommen werden soll oder eben nicht. Die jungen Filmschaffenden würden immer wieder die Identitätssuche, die mit ihrem Standpunkt im Leben einhergeht, thematisieren. 

Den Veranstaltenden geht es bei der Leitfrage auch um das Hinterfragen eigener Ideale, Hoffnungen und Ängste, um die Frage, was Heimat bedeutet und um das Entwickeln von Zukunftsperspektiven. Präsidentin Prof. Dr. Susanne Stürmer begrüßt dabei auch den Fokus auf Verantwortung, auf den Wunsch der Studierenden mit Visionen „Konstruktivität jenseits von Resignation“ herzustellen. Und auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, betont die politische Dimension des Festivals. „Das sind Fragen, die wir uns auch im Rathaus angesichts der großen politischen Transformationsprozesse stellen […] und auch Film muss diese Fragen stellen.“ Dem Publikum wünscht Sie neben Berührung und Begegnung im Rahmen des Festivals auch Irritation: „Ich finde, das gehört dazu.“ 

An diesem Abend konnte das Publikum schon erste Erfahrungen mit diesen Wünschen machen. In zwei Filmblocks wurden bereits erste Kurzfilme und Videos vorgestellt.
Die Themen sind so divers wie das Programm. Der Eröffnungsfilm  
„No One Knows I Disappeared“ von dem chinesischen Filmkünstler Hanxiong Bo begleitet eine junge Mutter, die aufgrund der verschärften staatlichen Überwachung ihren Haushalt verlässt, um nach eigenen Antworten zu suchen. Die cinematische Erfahrung ist groß, es bleiben allerdings auch viele Fragen offen.  

Mit viel Galgenhumor begann der zweite Filmblock. Leo Dzhyshyashvilis Kurzfilm  
„The Birds Are Silent“ begleitet eine jungen Freundesgruppe aus Kyjiw in einem Gespräch über den Umgang mit dem Krieg und schließt mit Bildern der individuellen Lebensrealitäten jedes einzelnen nach dessen Ausbruch.  

Neben aktuellen filmischen Werken zeichnet sich das diesjährige Festival auch durch verschiedene etwas ungewöhnlichere Kategorien aus. So sind beispielsweise Filme von Kindern und Jugendlichen zu sehen, aber auch Musikvideos, VR-Kunst und historische Wiederentdeckungen.  

Wer nun Interesse am Besuch des Festivals hat und an Brandenburger und Berliner Hochschulen immatrikuliert ist, hat Glück: Die Veranstaltenden bieten für Studierende Akkreditierungen an, über die die Tickets für die einzelnen Programmpunkte kostenlos erworben werden können. Tickets (Geheimtipp: Es gibt eine Closing Party nach der Preisverleihung!) sind aber limitiert, also „Seid schnell!“, wie das Programm-Team des Festivals rät. 

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