Habt ihr schonmal gehört, dass Studenten Unternehmen beraten? An der Uni Potsdam wird genau dies ermöglicht, durch den Verein uniClever.Zur Weiterbildung der Mitglieder werden Workshops mit Beratungsunternehmen sowie die direkte Beratung von Kunden (bei externen Projekten) angeboten. Außerdem bringen sich die Mitglieder bei vereinsinternen Aufgaben ein, beispielsweise im Marketing- oder Rechts-Ressort. Aber wie genau sieht ein Engagement bei uniClever aus?
Um dieser Frage nachzugehen, habe ich mit zwei Mitgliedern gesprochen: Ilias und Luca. Sie berichten über ihre tägliche Arbeit sowie externe Projekte und verraten, für wen eine Mitgliedschaft geeignet sein könnte.
Ilias ist 23 Jahre alt und studiert BWL im Bachelor an der Uni Potsdam. Seit 2022 ist er Mitglied bei uniClever. Luca ist 22 Jahre alt und studiert auch BWL im Bachelor an der Uni Potsdam. Seine Berufung hat er aber in der IT gefunden. Neben der Uni arbeitet er seit 2,5 Jahren selbstständig als IT-Dienstleister.
Die alltäglichen Aufgaben bei uniClever bestehen für beide vor allem aus internen Projekten wie der Planung von Events, der Betreuung von Anwärterprojekten und der Verwaltung der Accounts der Mitglieder. Ilias engagiert sich dabei nicht nur in einem Ressort, sondern wechselt zwischen verschiedenen Themengebieten hin und her. Luca ist nach einem Monat Mitgliedschaft bei uniClever zum IT-Ressortleiter aufgestiegen. In dieser Position kümmert er sich unter anderem um die Website und die Accounts der Mitglieder bei Office und Teams. Den Posten des Leiters hat er vor kurzem aufgrund von Kapazitätsgründen wieder abgegeben, engagiert sich aber weiter im IT-Ressort.
Mit externen Projekten haben die Beiden auch schon Erfahrung gesammelt. Ich habe sie gefragt, ob sie von ihrem liebsten externen Projekt erzählen möchten.
Für Ilias war es ein Pro-Bono-Projekt, also unbezahlt, bei dem der Kunde ein Festival auf einem Bauernhof initiieren wollte. Zusammen mit drei weiteren Mitgliedern entwickelte er eine Marketing-Strategie. Dazu gehörten unter anderem die Marktrecherche, Konkurrenzanalyse und Zielgruppenanalyse. Die konzipierte Marketing-Strategie wurde dem Kunden dann präsentiert und zum Abschluss wurden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung eingeleitet.
Ilias meint, am meisten Spaß habe es ihm gemacht, die Theorien aus dem BWL-Studium im Team in der Praxis umzusetzen und „einfach mit drei sehr coolen Jungs und Mädels zusammen an diesem Projekt zu arbeiten und deren Kreativität und Perspektiven zu sehen“.
Luca hat bis jetzt an einem externen Projekt mitgearbeitet, bei dem sich ein Startup aus Köln in Potsdam eine Zweitniederlassung aufbauen wollte. Dabei hat er sich um die Microsoft-Office-Administration gekümmert, also neue Accounts angelegt und über zweieinhalb Monate Support geleistet. „Am meisten Spaß macht mir grundsätzlich immer die Arbeit mit dem Kunden direkt. Wenn ich sehe, ok, ich habe ihm geholfen und er sitzt nachher da, ist zufrieden und hat ein Lächeln im Gesicht. Das ist immer so meine Befriedigung, ich finde das super“, erzählt er.
Lucas Projekt war vergütet, denn neben Pro-Bono-Projekten werden über uniClever auch bezahlte Beratungsprojekte angeboten.
Stundenlohn: ab 26 Euro brutto.
Was sind Herausforderungen externer Projekte?
„Ich glaube, das Schwierigste dabei ist, das alles zu koordinieren. Du hast Studium, du hast Arbeit, und dann hast du auch noch so ein Beratungsprojekt“, beschreibt Ilias. „Ganz nebenbei kannst du auch noch bei den internen Tätigkeiten in deinen Ressorts bei uniClever mithelfen“, ergänzt er.
Zeitmanagement spiele im Rahmen solcher Projekte daher eine wichtige Rolle.
Eine weitere Herausforderung kann darin bestehen, dass KundInnen unterschiedlich stark in den Projektverlauf eingebunden sein möchten. „Es gibt natürlich Kunden, die sagen: ,Ey, macht mal einfach, ich gucke es mir am Ende an.“ Dann gebe es andere, die „gerne bei jedem Schritt konsultiert werden möchten“, erzählt Ilias, „und […] welche, die sich gar nicht mehr melden. Da hat man dann die größere Freiheit als BeraterIn, aber auch das Risiko, die Erwartung des Kunden nicht genügend zu erfüllen“, führt er aus.
Luca stieß bei seinem externen Projekt auf wenige Herausforderungen, durch seine Vorkenntnisse als IT-Dienstleister. Dennoch meint er, dass er bei jedem neuen Kundenkontakt dazulerne, da alle mit anderen Fragen und Problemen kämen. „Das heißt, man muss immer schnell reagieren, flexibel sein und möglichst immer die beste Lösung finden.“, erläutert er. „Man hat durch diese externen Projekte bei uniClever quasi noch eine Mini-Selbstständigkeit, denn du musst mit dem Kunden alles koordinieren, alle Absprachen einhalten“.
Was bringt die Mitarbeit bei externen Projekten?
Ilias erzählt: „Mir hat das auf jeden Fall sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Ich bin mir jetzt sicherer, in welche Richtung ich gehen möchte und welche Art von Beratung ich machen möchte. Nicht zuletzt kann ich mir ein paar Projekte sehr gut in meinen Lebenslauf schreiben“.
Wer profitiert von einer Mitgliedschaft bei uniClever?
„Ich würde es eigentlich jedem empfehlen, der mal Consulting-Erfahrung sammeln möchte“, meint Luca. Er betont, dass man dabei aus seiner Comfort-Zone herauskommen, die Selbstständigkeit ausprobieren und studentisches Engagement und Zusammenhalt erleben könne. Ilias ist überzeugt, Engagement bei uniClever biete tendenziell jedem etwas. Bei Beratungsprojekten engagierten sich Studierende aus verschiedensten Studiengängen, und man könne sich dabei mit unterschiedlichen Themen wie IT, Recht oder Customer Relations auseinandersetzen. Willkommen sei jeder, der Lust habe, in die Beratungswelt hineinzuschnuppern.

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