Der FSR-Geschichte wird neu gewählt – wie funktioniert das und was machen die eigentlich?

Der FSR-Geschichte wird neu gewählt – wie funktioniert das und was machen die eigentlich?

Ein Beitrag von: Meret Busch

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Zugegeben, Hochschulpolitik kann ziemlich unübersichtlich sein; Ausschüsse, Räte und Vereinigungen verstecken sich hinter komplizierten Abkürzungen oder verschanzen sich in mysteriösen Zwischenetagen am Neuen Palais. Ob es eine Person an der Universität gibt, die hier den totalen Überblick behält, wir wissen es nicht – aber zumindest dürfen wir das Geheimnis um die Fachschaftsräte lüften, die spätestens im Herbst zur Ersti-Woche an Aufmerksamkeit gewinnen, wenn sie hunderte Erstsemester über die Campi treiben oder in überfüllte Kneipen in der Innenstadt locken.

FSR – Wie bitte?

Da der Fachschaftsrat Geschichte derzeit nach neuen Gesichtern sucht, nehmen wir die bevorstehende Wahl am 27. und 28. Januar zum Anlass, um nachzufragen, was es mit den Fachschaftsräten eigentlich auf sich hat:

Fangen wir also einmal ganz von vorne an, was überhaupt ist eine Fachschaft und was macht ein Fachschaftsrat?

Die Fachschaft meint die Studierenden eines Instituts oder Fachbereichs. Damit diese gegenüber der Institutsleitung und den Dozierenden vertreten sind, gibt es einen Fachschaftsrat.

Was macht ein Fachschaftsrat?

Besonders in Erinnerung dürfte den meisten ihre Ersti-Woche geblieben sein – vom Fachschaftsrat organisiert. Das sei definitiv eine ihrer größten Aufgaben, erzählt Eric vom FSR-Geschichte, aber “der FSR soll auch dafür sorgen, dass es tatsächlich ein Uni-Leben gibt.” Neben der Ersti-Woche heißt das beispielsweise Semesterabschlusspartys oder Weihnachtsfeiern organisieren: “Um Weihnachtsfeiern bittet dich ja niemand”, sagt Eric, “aber es ist halt irgendwie eine Selbstverständlichkeit sich darum zu kümmern.” Die Veranstaltungen des Fachschaftsrats sollen sich an dem Bedarf der Studierendenschaft orientieren, doch das sei manchmal gar nicht so leicht. Da außerhalb der Erstizeit wenig Input von außen kommt, „verschätzt man sich manchmal bei dem Bedarf”, berichtet Eric.

Derzeit plane der Fachschaftsrat ab kommenden Semester eine monatliche Veranstaltungsreihe “Institut im Dialog”. Diese soll Studierenden, Mitarbeitenden und Dozierenden der Geschichte die Möglichkeit geben, auch außerhalb der Lehrveranstaltungen in Kontakt zu kommen.

Finanziert werden die Veranstaltungen des Fachschaftsrates übrigens aus einem festen Budget, welches den Fachschaftsräten vom AStA zur Verfügung gestellt wird und aus Teilen des Semesterbeitrags besteht. Um Finanzmittel zu bekommen, müssen Anträge gestellt werden, “das kann manchmal herausfordernd sein”, berichtet der FSR-Geschichte.

“Wir machen das freiwillig, weil es uns Spaß macht”

Aktuell besteht der Fachschaftsrat Geschichte aus sieben gewählten Mitgliedern und einem kooptierten Mitglied, was das bedeutet, dazu später mehr. Theoretisch könnten 11 Mitglieder in den FSR-Geschichte gewählt werden, denn im Allgemeinen orientiert sich die Größe eines Fachschaftsrats an der Anzahl der Studierenden des Bereichs. “Aktuell sind wir eine neue Truppe, die eine eingespielte Gruppe abgelöst hat, die das lange gemacht hat”, erzählt Charlotte. Von den sieben aktuell gewählten Mitgliedern werden sich wahrscheinlich die meisten wieder zur Wahl aufstellen lassen. Denn die Arbeit im Fachschaftsrat sei nicht bloß ein Ehrenamt: “Wir machen das freiwillig, weil es uns Spaß macht”, darüber sind sich die Mitglieder im Fachschaftsrat einig.

Was es mit den kooptierten Mitgliedern auf sich hat

Wer ein bestimmtes Anliegen hat, kann zu einer regulären Sitzung des Fachschaftsrates, diese werden online ausgewiesen, kommen und seine Ideen mit dem Fachschaftsrat besprechen. “Das ist für uns eine große Hilfe, mehr Stimmen von außen zu bekommen”, berichtet der Fachschaftsrat Geschichte.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich als nicht-gewähltes Mitglied auf Zeit “kooptieren” zu lassen und den Fachschaftsrat zum Beispiel bei bestimmten Veranstaltungen zu unterstützen.

“Vor allem bekommt man die ganzen Probleme mit”

“Die Uni-Politik bekommt man als normaler Studi eigentlich nicht so mit”, erklärt der FSR, doch durch die Arbeit im Fachschaftsrat bekäme man viele Einblicke hinter die Kulissen. “Vor allem bekommt man die ganzen Probleme mit – und wie wenig dann doch passiert”, meint Paul. Aus dem letzten Jahr bleibt ihnen da besonders die Debatte um die Anwesenheitspflicht in Seminaren in Erinnerung, da “wurde man vor vollendete Tatsachen gestellt”.

Zwischen Studienkommissionen und VeFa: Wo überall Fachschaftsrat drinsteckt

Allerdings hätte man mit dem Fachschaftsrat auch die Möglichkeit, die Universität aktiv mitzugestalten. So gehören zu den Studienkommissionen, die zum Beispiel für die Überarbeitung einer Studienordnung verantwortlich sind, auch Mitglieder des Fachschaftsrates. Hier könne man in den nächsten Semestern beispielsweise verhindern, dass Anwesenheitspflichten in Studienordnungen aufgenommen werden und für faire Studienbedingungen in seinen Fachbereichen sorgen. Außerdem treffen sich Vertretungen aller Fachschaftsräte einmal im Monat zur Versammlung der Fachschaften (VeFa), um sich auszutauschen. Dafür gibt es im Fachschaftsrat Geschichte zwei Beauftragte, die sich abwechseln.

Wie viel Zeit man im Fachschaftsrat für sein Ehrenamt aufbringen muss, kann ganz individuell gestaltet werden und hängt stark von den anstehenden Veranstaltungen ab. Generell wären es neben dem wöchentlichen Treffen am Neuen Palais oder auf Discord, aber weniger als eine Stunde Zeitaufwand pro Woche. und auch mit einem Auslandssemester ließe sich die Arbeit im Fachschaftsrat vereinbaren, berichtet Alma, die gerade aus ihrem Auslandssemester zurückgekommen ist.

Lust auf Fachschaftsrat? Wie die Wahl abläuft

Obwohl die Fachschaftsräte eigentlich die Studierendenschaft einer Fachschaft vertreten sollen, lag die Wahlbeteiligung im Fachbereich Geschichte in den letzten Jahren nur bei etwa einem Prozent. Dabei hätten die Studierenden durch den Fachschaftsrat die Chance, sich an der Gestaltung von Hochschule und Uni-Leben zu beteiligen, auch über die Wahlen oder einer gewählten Mitgliedschaft hinaus.

Wer Lust bekommen hat sich einzubringen, kann sich noch bis zum 18. Januar 2026 für die Wahl aufstellen lassen. Dafür reicht es dem Fachschaftsrat eine E-Mail mit seinem Namen, Studiengang, dem aktuellen Semester, seiner Anschrift und einem Foto an geschichte@fsr.uni-potsdam.de zu schicken. Auf Bewerbungstexte verzichtet der FSR. Anschließend werden Listen der Kandidierenden ausgehängt und auf Instagram vorgestellt, bis dann die Studierenden der Geschichte am 27. und am 28. Januar zur Wahlurne gebeten werden. Von 10 bis 15 Uhr können im Foyer von Haus 11 am Neuen Palais die Stimmen abgegeben werden. Dafür unbedingt an seinen Studierendenausweis denken!

Alle zur Wahl berechtigten Studierenden erhalten drei Stimmen, die für unterschiedliche Kandidierende abgegeben werden müssen, die elf Kandidierenden mit den meisten Stimmen schaffen es anschließend in den Fachschaftsrat. Da es die letzten Jahre weniger als elf Kandidierende gab, sind die Chancen gewählt zu werden also recht gut.

“Auch Erstis begrüßen wir hier sehr gerne”, erklärt Eric, “denn je länger man dabei ist, desto mehr kann man ins Rollen bringen.” Warum man sich bewerben sollte? “Weil der Fachschaftsrat Gemeinschaft schafft, man den Studienalltag mitgestalten kann – und weil es Spaß macht”, sagt Eric.

Ein Jahr FSR geht zu Ende

Bevor der Staffelstab an den neuen Fachschaftsrat übergeben werden kann, muss der Raum des Fachschaftsrates in der Zwischenetage in Haus 11 am Neuen Palais entrümpelt und eine Inventarliste angefertigt werden. Doch die meisten werden vermutlich auch im neuen Semester zurückkommen und dem Uni-Leben am Historischen Institut ein Stück weit ihre eigene Note verleihen.

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